Michelbach (Westerwald) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Altenkirchen an. Ortsteile sind Michelbach und Widderstein.

Michelbach liegt etwa anderthalb Kilometer (Widderstein etwa drei Kilometer) östlich des Zentrums von Altenkirchen, unweit der Bundesstraße 8 und unterhalb der Landesstraße 414 im Tal der Wied. Der Fluss fließt südlich unmittelbar an der Siedlung entlang, gesäumt vom Wiedwanderweg. Äcker, Wiesen und Mischwald umgeben die Ortsgemeinde. Der Nadelwald zwischen Michelbach, Widderstein und Borod sowie nördlich des Ortes an der Bahnstrecke Limburg–Altenkirchen wird von einer Waldinteressentenschaft bewirtschaftet.

Der Ortsteil Widderstein (mit 15 Wohngebäuden und einem kleinen Dorfgemeinschaftshaus) liegt etwa zwei Kilometer östlich des Hauptdorfs im Wiedtal, eingerahmt von den ca. 300 Meter hohen Herzberg und Pfahlberg. Zwischen Michelbach und Widderstein liegen die Alte Schule, die Michelbacher Mühle und ein Aussiedlerhof (Heidehof).

In vorgeschichtlicher Zeit lag auf dem Herzberg genannten Bergsporn oberhalb von Widderstein die Wallanlage Herzburg. Bodendenkmäler und Flurnamen geben Hinweise auf eine frühere Besiedlung. Diese Bergkuppe wird umflossen von der Wied und liegt strategisch günstig zwischen der alten „Köln-Frankfurter-Straße“ (heute Bundesstraße 8) und der alten Köln-Leipziger-Straße (heute Bundesstraße 414).

Das Haus Widderstein wurde 1346 erstmals urkundlich erwähnt. Damals hieß die Siedlung „Leckerrode“. In der Urkunde wird dem Ritter Albrecht von Wiederbach, später Widderstein, das Gut Leckerrode unterhalb von Ingelbach von dem Grafen Johann von Sayn als Lehen zugesprochen. Urkundliche Erwähnungen von Michelbach finden sich in dem Mirakelbuch von Hilgenroth von 1428 und 1432, in dem Bürger von „Mychelenbach“ bzw. „Mychelbach“ Erwähnung finden.

Die älteste Urkunde, die sich auf Einwohner aus Michelbach bezieht, stammt aus dem Jahre 1464 und betrifft den Austausch von Leibeigenen. Um 1520 besaß das Cassius-Stift in Bonn Grundrechte, die es 1573 an den Grafen Heinrich von Sayn verkaufte. Aus dem Jahr 1577 ist erstmals in Michelbach eine Mühle nachgewiesen.

1820 hatte Michelbach 22 Feuerstellen und 126 Einwohner, davon 22 Schulkinder; Widderstein hatte 5 Feuerstellen und 27 Seelen, aber keine Schulkinder. Seit dem Jahr 1843 hatte Michelbach schließlich eine eigene SchuleDie beiden früher selbständigen Gemeinden Michelbach und Widderstein schlossen sich 1848 zu einer Schulgemeinde zusammen und 1938 zur Gemeinde Michelbach.
Durch die Nähe zur Kreisstadt Altenkirchen stieg in den Jahren zwischen 1939 und 1961 die Einwohnerzahl des Ortes um 39,5 %.

Die Anfang der 1980er Jahre durchgeführte Dorferneuerung veränderte den Charakter des Dorfes erheblich; dies war vor allem durch die Verlegung des oberen Abschnitts der Mittelstraße in Richtung Widderstein der Fall. Während die schmale Dorfstraße sich zuvor die Anhöhe hinauf schlängelte, ist dieser Abschnitt heute begradigt. Dazu wurden mehrere landwirtschaftliche Gebäude abgerissen. Heute befindet sich dort der große Spielplatz des Dorfes.
Eine Erweiterung der Einwohnerzahl erfuhr Michelbach in den 1970/1980er Jahren durch die Straßen „Im Schleedörn“/„Südweg“, „Im Beulsgarten“ und in den 2000er Jahren durch das Neubaugebiet „Oberer Dorfgarten“.

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